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Hochaltar von Niklaus Manuel


1518-1520 malt Niklaus Manuel die vier Tafeln des Hochaltars, sein letztes und reifstes Werk. In den Wirren der Reformation gelangen die Tafeln in Familienbesitz. Sie werden erst nach Jahrhunderten wiederentdeckt. Heute sind sie wertvolle Ausstellungsstücke des Berner Kunstmuseums.

Die vier Tafeln sind Vorder- und Rückseite der zwei Türen eines geschnitzten Mittelschreins, der selbst wahrscheinlich in der Reformationszeit verbrannt wurde. Sie zeigen Szenen aus dem Leben des Heiligen Antonius. Im geschlossenen Zustand (werktags) zeigt der rechte Türflügel die Versuchung des Antonius durch eine Frau, der linke die Peinigung des Heiligen durch Dämonen. Geöffnet (sonn-und feiertags) zeigen die Türflächen die wichtigen Aufgaben des Ordens: linke Innenseite: der Heilige Antonius heilt Kranke und Besessene, rechte Innenseite: das Brotwunder, Raben bringen zwei Brote zu den Einsiedlern Antonius und Paulus. Dass das Brotwunder so zentral und auffällig dargestellt ist, hat sicher mit den Heilerfolgen zu tun, die die Antonier durch mutterkornfreies Brot erzielen.

Die Parallelen zum Isenheimer Altar, gemalt 1512-1515 von Grünewald für eine Ordenskirche der Antoniter, sind unverkennbar. Manuel hat ihn gekannt. In geöffnetem Zustand hatte der Hochaltar eine Breite von ca.6m und muss den 8,5m breiten Altarraum beherrschend aus-gefüllt haben. Vor dem Hochaltar gab es einen weiteren Altar in der Antonierkirche, von dem jedoch nichts erhalten ist. Ausserdem gab es mindestens ein grosses Bild in der Kirche: "Christus unter dem Kreuz schmachtend", das zusammen mit den Tafeln des Hochaltars gefunden wurde.








 

 

 

 


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